


Allgemeine Informationen:
Bei der Weißburgunderrebe handelt es sich um eine Mutation von Pinot noir, bzw. Pinot gris (Elsass = Klevener). Auch sie wurde Ende des 19 Jh. zwischen Pinot noir Reben im Burgund entdeckt und isoliert. Wissenschaftler streiten sich heute, ob die Weißburgunderrebe nicht eine Kreuzung zwischen Spätburgunder und Gouais blanc (eine heute nicht mehr existierende weiße Rebsorte aus dem Burgund) sein könnte.
Die Möglichkeiten der Gen-Analyse werden dieses Thema in der wissenschaftlichen Betrachtung in Bewegung halten. Lange Zeit wurde sie aufgrund ihrer starken phänotypischen und teilweise auch geschmacklichen Ähnlichkeit zum Chardonnay nicht unterschieden. Dies hat vor ca. 25 Jahren zu folgender Kuriosität in Baden geführt: dort wurden Chardonnay-Rebsetzlinge als Weißburgunder an die Winzer verkauft bzw. in die Weinberge gesetzt, und als Weißburgunder vermarktet, ohne dass die Verbraucherschaft geschmacklich irgendeinen Unterschied festgestellt hat.
Dieses Versehen ist erst aufgefallen, als eine Gruppe findiger Winzer den Unterschied bemerkten, und schon drei Jahre nach der Zulassung der Rebsorte Chardonnay ihren daraus gewonnenen Wein rebsortenrein aus 15- Jahre alten Rebanlagen auf dem Markt anboten. Der Weißburgunder als Rebsorte erreicht unter optimalen Reifebedingungen eine sehr hohe Zuckergradation bei genügender Säurestruktur. Dies ist Grund für die Tatsache, dass Weine dieser Rebsorte in der Pfalz und in Baden sehr gerne zur Schaumweinbereitung ausgewählt werden.
Charakter des Weines:
Als Stillwein präsentiert sich der Weißburgunder mit ausgeprägter, feiner Frucht, bei ausgewogener Säure und der für weiße Burgundersorten typischen Fülle. An ihren Standort hat die Rebe die ähnlichen Ansprüche des Grauburgunders. Er sollte lediglich einen feuchteren Boden bieten; ein hoher Kalkanteil im Mineralienhaushalt fördert die burgundertypische Aromakonzentration, welche Ihm Körper und Struktur verleihen.
Die Eleganz des Weißburgunders lässt auch die Herzen von Riesling -Freunden höherschlagen und rückt bei steigender Qualität immer mehr ins Interesse der Weingenisser. 
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